Auswandern

Auswandern nach Österreich

Hier eine kleine Erstinformation für alle, die mit dem Gedanken spielen, nach Österreich auszuwandern. Diese Information ist nur ein kleiner grober Überblick. Für spezielle Fragen findet Ihr auf dem Piefkelexi ggf. Antworten, ansonsten müsst Ihr Euch selbst darum kümmern. Die „Piefke Connection Austria“ auf Facebook ist hier ein schneller Ratgeber bei besonderen Fragen.

Alles „Rot“ hinterlegte sind Links, die Euch zu den entsprechenden Seiten oder Belegen führen. Sollte ein Link nicht mehr funktionieren, bitte ich um Info.

Nun geht es aber los:

Umzug

Umzug heißt hier in Österreich Übersiedelung. Und an neue Wörter müsst Ihr Euch gewöhnen. Die hiesige Botschaft hält sich ebenfalls daran, sonst wird es schwierig, die richtigen Formulare zu finden.

  • Merkblatt zur Übersiedelung nach Österreich. Hier handelt es sich um eine Information der Botschaft über Meldewesen, Versicherung, Kraftfahrzeuge

Seit dem 01.01.2006 müssen EWR-Bürger (also auch Deutsche), sowie deren Angehörige, sofern sie sich länger als 3 Monate in Österreich aufhalten wollen, dies spätestens binnen 4 Monaten ab Einreise der zuständigen Behörde anzeigen und eine Anmeldebescheinigung beantragen. Geschieht dies nicht rechtzeitig, ist mit einer Geldstrafe zu rechnen. Zuständig sind die Bezirkshauptmannschaften und die Magistrate (in Wien ist dies die Magistratsabteilung 35, Dresdner Straße 93, 1200 Wien, Tel.: 01-4000-3535, www.wien.gv.at/verwaltung/personenwesen/, E-Mail: post@ma35.wien.gv.at)

Es muss auch nachgewiesen werden, dass man in Österreich ein Einkommen oder Arbeit hat, sodass der Lebensunterhalt bestritten werden kann.

 

Wohnen und Lebenshaltungskosten

Wo ist es teurer und wo billiger? Diese Fragen sind relativ und es kommt darauf an, wo ihr zukünftig wohnt und wo Ihr herkommt. Wenn Ihr nach Wien wollt, muss Euch klar sein, dass es in einer Weltstadt immer etwas teurer sein kann. Wobei Mieten in Hamburg teilweise höher sind als in der Wiener Innenstadt. Auch Salzburg ist teilweise teurer als Wien. Lebensmittel und Drogerieartikel werden regelmäßig durch die hiesige Arbeiterkammer verglichen und es werden Unterschiede bis zu 170% festgestellt, also in z.B. Wien teurer ist als in München. Eine tolle Seite um Preise zu vergleichen findet Ihr hier  (keine Gewähr bezüglich der Richtigkeit), dafür bietet die Seite einiges mehr.

Dafür sind andere Produkte und Dienstleistungen günstiger als in Deutschland, z.B. Handytarife, Energieversorgung, Internet. Allerdings liegt die Mehrwertsteuer bei 20%. Außerdem gibt es für viele Dienstleistungen oder Services der Stadt sogenannte Vergebührungen. Ein Mietvertrag als Beispiel ist zu „vergebühren“ (Gebühr für Erstellung eines Vertrages), d.h. ein Prozent von der Summe des dreifachen Jahresbruttomietzinses (das ist ein Prozent des 36-fachen monatlichen Mietzinses) bei unbefristeten Mietverträgen.

Gesetzesänderung: seit dem 11.11.2017 dürfen keine privaten Mietverträge mehr vergebührt werden. Siehe dazu diesen Artikel.

Wie sieht es also rechnerisch aus:

Miete 3 Zimmer Wohnung: € 900
Maklerprovision (2 MM):     € 1.800 + € 360 (20% MwSt)
Mietkaution (i.d.R. 3 MM):  € 2.700
Vergebührung Mietvertrag: € 324
Macht in Summe: € 5.710 , die vor dem Einziehen bereit stehen müssen (nebenbei: lt. OGH sind Mietkautionen bis 6 MM erlaubt!)

Die Mietkaution kann auch über die VAV geregelt werden. Diese übernehmen die Kautionsgarantie, natürlich gegen eine jährliche Prämie und monatliche Zahlungen. Weitere Tipps um Barzahlung der Kaution zu umgehen hier.

Unter dem Reiter „Wohnungssuche“ findet Ihr wertvolle Tipps und Links um eine Wohnung oder WG zu finden. Zoomsquare liefert da tolle Tools, wie z.B. den Wohnpreisrechner.

Bei allen hohen Kosten darf aber nicht übersehen werden, dass es in Österreich gesetzlich verankert ist, dass ein 13. und 14. Jahresgehalt gezahlt wird und die Abzüge für diese Zahlungen sehr gering sind. Hier könnt Ihr Euer Gehalt eingeben und sehen, was Euch bleibt. Ihr werdet sehen, dass bei gleichem Gehalt in Österreich etwas mehr bleibt (u.a. wegen kein Soli und kein automatischer Abzug der Kirchensteuer).

Kleiner Tipp von mir: wenn Ihr mehr über Mietpreise und Gehälter wissen möchtet und selbst in einer größeren Stadt wohnt mit großem internationalem Zeitungsverkauf am Bahnhof oder Flughafen, dann holt Euch Samstags den österreichischen „Kurier„. Samstags ist dort immer der „Immo-Kurier“ und „Karrieren“ drin.

 

Wohnungsarten

In Österreich gibt es verschiedene Möglichkeiten sich eine Wohnung zuzulegen:

  • klassisch eine Mietwohnung/Haus/WG auf dem freien Markt suchen
  • oder eine Eigentumswohnung/Haus
  • dann gibt es die Möglichkeit der Genossenschaftswohnung
  • und zu guter letzt noch die Gemeindewohnung (z.B. Wien), dazu müsst ihr aber einige Voraussetzungen erfüllen, z.B. mind. seit zwei Jahren in Wien (Salzburg: 3 Jahre) gemeldet sein.

Sich eine Wohnung oder Haus zu kaufen oder zu finanzieren ist eine wichtige Entscheidung und wirkt sich auf die Lebensqualität aus. Um nicht baden zu gehen, stehen auch hier Landsleute mit kompetenter Beratung zur Seite, wie z.B. Karsten Metzkow. Er ist auch Euer Ansprechpartner für Versicherungen (siehe unten).

 

Meldewesen, Perso oder Meldeschein

In Österreich existiert ein ähnliches Meldewesen wie in Deutschland. Nach Bezug einer Wohnung bzw. nach Umzug innerhalb Österreichs muss man sich innerhalb von 3 Tagen nach Wohnsitznahme beim Meldeamt der Stadt oder Gemeinde anmelden (in Wien bei den magistratischen Bezirksämtern). Der Behörde ist der ausgefüllte und vom Vermieter unterschriebene Meldezettel, der Reisepass und die Geburtsurkunde (bisher habe ich noch von keinem gehört, dass die Geburtsurkunde mit vorgelegt werden musste) vorzulegen. Den Meldezettel bekommt man bei den Meldeämtern, im Internet auf der Homepage der Stadtverwaltung und auch auf der Homepage des österreichischen Behördenführers unter www.help.gv.at. Dieser Meldezettel ist NICHT das gleiche wie die Bescheinigung über den rechtmäßigen Aufenthalt.

Hier in Österreich ist kein Personalausweis nötig um sich auszuweisen. Hier langt der Führerschein. Der Meldezettel ist jedoch wichtig für Vertragsabschlüsse, wie z.B. Handyvertrag. Hier ist der Meldezettel und der Reisepass oder Führerschein vorzulegen.

In Passangelegenheiten hilft die Deutsche Botschaft, wenn Ihr dann Euren Wohnsitz in Österreich habt oder Ihr im Urlaub seid und Hilfe benötigt.

 

Kraftfahrzeugangelegenheiten

Deutsche Führerscheine müssen innerhalb der EU nicht mehr umgeschrieben werden. Bei Begründung eines Hauptwohnsitzes in Österreich darf man sein Kraftfahrzeug mit ausländischem Kennzeichen einen Monat lang fahren. Innerhalb dieser Frist muss die Zulassung erfolgen. Dies setzt wiederum voraus, dass Ihr eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen habt. Bei Eigenimport eines Kfz ohne EU-Betriebserlaubnis ist eine Einzelgenehmigung oder unter Umständen eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Bei Eigenimport eines  Kfz mit EU-Betriebserlaubnis muss dieses Fahrzeug nicht mehr in Österreich genehmigt werden, weil es eine EU-weite Typengenehmigung hat. Als Nachweis darüber kann das COC-Papier oder ein ausländischer Typenschein oder eine ausländische Zulassungsbescheinigung verwendet werden – Informationen hier.

Weitere Informationen zur Kraftfahrzeugzulassung erhaltet Ihr beim österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (www.bmvit.gv.at), sowie bei den Zulassungsstellen, die sich in den jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörden befinden. Sehr hilfreich ist außerdem die Seite des offiziellen Amtshelfers für Österreich www.help.gv.at. Besondere Bestimmungen gelten im Hinblick auf die Zollbestimmungen.

Kraftfahrzeuge können grundsätzlich zoll- und mehrwertsteuerfrei eingeführt werden, sofern sie ausschließlich privaten Zwecken dienen. Eine Ausnahme gilt für Neufahrzeuge. Diese unterliegen stets der österreichischen Mehrwertsteuer in Höhe von 20 %. Um ein Neufahrzeug handelt es sich dann, wenn dieses noch keine sechs Monate alt ist oder weniger als 6.000 km gefahren wurde. Bei Einfuhr ist jedoch IMMER die sogenannte Nova zu entrichten (Normverbrauchsabgabe).

Aber wo Schatten, da ist auch Licht: Tipp für nur „B“-Schein-Inhaber: In Österreich könnt Ihr, wenn Ihr Euren Führerschein „B“ länger als 5 Jahre habt, in einer Fahrschule einen Samstagskurs belegen um den Code 111 eingetragen zu bekommen. Dieser Code 111 besagt, dass ihr Motorräder bis 125 ccm (max. 11 kW) fahren dürft. Dafür muss der Führerschein natürlich umgeschrieben werden und Ihr bekommt den österreichischen. Dabei ist zu beachten, dass beim Umschreiben darauf geachtet wird, dass Ihr mit dem alten deutschen „B-Schein“ hier zusätzlich automatisch den C1 eingetragen bekommt, d.h. Pkw mit Hänger und 7.5 Tonner mit Hänger (gesamt 12 Tonnen), allerdings zeitlich begrenzt. Vor Ablauf, muss man sich das dann erneuern lassen.

 

Versicherungen

Zu beachten ist, dass nicht alle Versicherungen, die man in Deutschland abgeschlossen hat hier übernommen werden können. Das österreichische Versicherungsrecht unterscheidet sich in einigen Punkten. Hier könnt Ihr sehr viel Geld verlieren oder sparen. Ihr benötigt einen kompetenten Versicherungsmakler. Einer dieser Spezialisten ist Karsten Metzkow, daher wendet Euch rechtzeitig an ihn, denn er ist ein Möglichmacher, der Euch viel Geld einsparen kann.

 

Gesundheitssystem

Die Sicherung der Gesundheit in Österreich liegt in der öffentlicher Hand. Sie ist umfangreich jedoch in manchen Fällen nicht ausrechend gedeckt, sodass, wie auch in Deutschland, Zusatzversicherungen angebracht sein können.
Ausreichend Information bekommt Ihr im Gesundheit.gv

 

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentliche Verkehrsmittel sind insbesondere in Wien (Wiener Linien) sehr gut, was die Verbindungen angeht. U-Bahnen sind klimatisiert (Straßenbahnen sind im Sommer zum zerfließen und im Winter sind alle Fenster beschlagen). Dafür gibt es diese Verbindungen zum guten Preis, wenn man eine Jahreskarte hat, denn dann kostet sie nur € 1,-/Tag. Hierfür wird rund € 31.-/Monat abgebucht oder Ihr zahlt es auf ein mal.
Auch die Zeitkarten können interessant sein.

Kein öffentliches Verkehrsmittel sind die Car-Sharing Unternehmen in Österreich. Hier ist Wien ebenfalls Vorreiter. Der Größte ist der mit den kleinsten Autos car2go, dann gibt es noch zipcar, Flinkster und drive-now.

Flinkster gibt es nur noch bis Ende März 2016 in Wien.

 

Parken

Die Haltungskosten für Autos sind schon recht hoch, besonders, wenn man die falschen Versicherungstarife abgeschlossen hat (s.0. „Versicherungen“), auch das Parken kann sehr teuer zu stehen kommen. Es gibt insbesondere in Wien Bezirke wo Ihr Autos unentgeltlich abstellen könnt. Diese sind aber rar gesät. Ansonsten gilt es Parkgebühren zu zahlen in den sogenannten Kurzparkzonen. Personen, welche in Kurzpakzonen wohnen, d.h. gemeldet sind und auch das Auto gemeldet ist, können ein Parkpickerl beantragen. Bei dieser Beantragung werden neben € 14,30 für den Antrag, € 3,90 für jede zusammenhängende Anlage, € 35,70 für die Verwaltungsabgabe noch € 120.- bzw. 240.-/Jahr für 1.-9., 15. und 20. Bezirk und € 90.- bzw € 180.-/Jahr im 12., 14. 15., 16.und 17. Bezirk. Bei Nichtbeachtung kostet das Parken dann schon mal € 35.-. Miet- und Tiefgaragen sind ebenfalls nicht für ein Schnäppchen zu haben.
Wenn man mal keine Zeit hat in einer „Trafik“ (Kiosk für Zigaretten, hier: „Tschiks“) Parkscheine zu holen, kann man „Handy-Parken“ aktivieren und die Gebühren übers das Handy bezahlen.

 

Kfz ummelden

In dem Artikel „Kraftfahrzeugangelegenheiten“ stehen schon viele Informationen. Wichtig ist auf alle Fälle, dass Ihr Euer Auto ummeldet und mit österreichischen Kennzeichen fahrt. In Österreich herrscht auf Autobahnen „Vignetten-Pflicht„. Wenn Ihr ohne auf der Autobahn erwischt werdet zahlt Ihr eine teure „Ersatzmaut„.
Und gerade diese, meist „Jahresvignette“, entlarvt „Steuersünder“. Wenn Ihr Euren Lebensmittelpunkt in Österreich habt, muss auch das Auto hier angemeldet sein. Gerüchte, es bei den Eltern/Großeltern in Deutschland angemeldet zu lassen führt zur sehr sehr teuren Erkenntnis, dass man Gerüchten nie glauben sollte.
Autofahren ist in Österreich halt etwas teurer, daher versuchen „Zugereiste“ aus allen Ländern, oder Selbstständige, die eine „Scheinfirma“ im Ausland haben, ihre Autos nicht umzumelden. Die Österreichische Finanzpolizei ist nicht auf den Kopf gefallen und entlarven jährlich bei sogenannten Schwerpunktaktionen wie z.B. „Aktion scharf gegen NOVA Sünder“ tausende Autobesitzer und die dürfen dann rückwirkend alle entgangenen Gelder nachzahlen plus Strafe.
Sonderregelung gibt es für „Entsendete“ von ausländischen Unternehmen, welche in Österreich tätig sind. Hierfür bitte vorher bei der Finanz nachfragen.

 

Verhalten und Sprache

Österreich ist NICHT Deutschland, auch wenn hier Deutsch gesprochen wird. Der Österreicher mag es etwas gemütlicher und daher hat er wenig übrig für die eifrigen „besser wissenden“ Deutschen. Die Deutschen sind die größte Einwanderergruppe, über 200.000 leben in Österreich, davon 54.000 in Wien. Ein Grund mehr als Bedrohung angesehen zu werden. Auch die Sprache ändert sich mehr vom österreichischem Deutsch ins deutsche Deutsch durch das deutsche Fernsehen.
Ebenfalls sind die Deutschen  auch eine sehr große Gruppe bei den Arbeitslosen und mit vorne dran in der Kriminalstatistik. Dann auch noch größer und besser im Fußball. Das reicht vielen schon, nicht gut auf die Deutschen zu sprechen zu sein.

Respektvoller Umgang miteinander, das Einlassen auf die österreichische Kultur und einmal mehr chilliger zu sein sowie mit jedem einzelnen direkten Arbeitskollegen auf einen „Kleinen Braunen“, „Einspänner“ oder „Melange“ und privates auszutauschen, bevor es an Änderungen im Betrieb geht, hilft bei dem Verständnis miteinander.

Ein paar Tipps findet Ihr unter „Tipps“ -> „Verhaltensregeln“ und „Tipps“ -> „Österreichisch – Deutsch“ hier im Piefkelexi.

 

Ferien

Was auch noch zu bedenken ist, ist dass es in Österreich 9 (neun) Wochen Sommerferien gibt. Für berufstätige Eltern ist dies oft sehr schwer, diese Zeit zu überbrücken, da die meisten nur 3 Wochen Urlaub am Stück bewilligt bekommen. Da hiervon aber viele betroffen sind, wird es auch dafür Lösungen geben, z.B. die Wiener Jugenderholung.

 

Kindergarten/Kinderhorte

Die Versorgung mit Kindergärten und Kinderhorten ist in Österreich (Link führt nach Wien) sehr gut, oft aber doch zu wenig. Ihr habt die Wahl zwischen städtischen und privaten Einrichtungen. Richtig gute Tipps könnt Ihr Euch in der Facebook-Gruppe „Piefke Connection Austria“ holen, denn dort sind viele Eltern und Alleinerziehende mit sehr viel Erfahrungen.

 

Schulen

Auch bei den Schulen gibt es städtische und private Schulen. Auch hier baut auf die Erfahrungen von anderen Eltern (Link führt nach Wien).

 

 

Weitere Informationen bekommt Ihr hier im Piefkelexi. Einfach Zeit nehmen und durchstöbern.

 

 

 

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