Das ändert sich 2018

Das ändert sich 2018 in Österreich, Internet und Deutschland

Das ändert sich 2018 in Österreich

Der € 500.- Schein verschwindet.

Er wird nicht mehr gedruckt und ab Ende 2018 auch nicht mehr von der EZB ausgegeben (gilt auch in Deutschland)

Österreich bleibt fest in Raucherhand

Das für Mai angekündigte Raucherverbot wurde gekippt. Es bleibt wie bisher. Was ist: Rauchverbot unter 18 Jahre und Rauchverbot im Auto, wenn Kinder mitfahren.

Studiengebühren

Ab Herbst kommen Studiengebühren für berufstätige Langzeitstudenten. Ob eine Einführung genereller Studiengebühren kommt, ist derzeit noch unklar.

Bankomatgebühren – ja, aber nicht immer

Banken dürfen ihren Kunden ab 13. Jänner nur mehr in Ausnahmefällen Gebühren für einzelne Bargeldabhebungen mit der Bankomatkarte verrechnen. Außerdem muss die kontoführende Bank immer alle Gebühren und Entgelte übernehmen, die Automatenbetreiber wie Euronet für Geldabhebungen verlangen.

Nur wenn die Kunden bei der Eröffnung des Kontos zwischen einer pauschalen Kontoführungsgebühr – inklusive aller Bargeldabhebungen – und einer niedrigeren Kontoführungsgebühr wählen können, bei der zusätzliche Kosten für einzelne Bankomatbehebungen anfallen, dürfen die Banken Gebühren für einzelne Behebungen verrechnen.

Änderungen gibt es auch bei Kontenüberziehungen: Wenn ein Kunde dies mehr als drei Monate lang über den vereinbarten Rahmen hinaus tut und diese Überziehung durchgehend das Eineinhalbfache der durchschnittlichen Eingänge ausmacht, muss ihn die Bank darüber informieren und einen kostengünstigeren Ratenkredit sowie ein Beratungsgespräch anbieten.

Maximal 50 Euro Haftung bei Missbrauch

Die Banken werden dazu verpflichtet, zu jedem Kontomodell vorvertragliche Entgeltinformationen anzubieten. Eine weitere Verbesserung: Kunden haften bei Missbrauch ihrer Bankomat- oder Kreditkarte oder ihres Online-Bankings für entstandene Schäden nur noch bis maximal 50 Euro, solange die Karte oder das Online-Konto nicht gesperrt wurden. Bisher waren es bis zu 150 Euro. Lediglich bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz haften die Bankkunden auch weiterhin unbeschränkt.

Außerdem dürfen Händler bei Buchungen über das Internet künftig keine gesonderten Gebühren mehr für Kreditkarten verlangen. Ab November 2018 werden in der Eurozone Echtzeitüberweisungen möglich sein.

Erleichterung für Angehörige von Pflegebedürftigen

Kein Regress mehr: Auf die Vermögen pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen wird nicht mehr zugegriffen.

Digitale Arztpraxis

In den Ordinationen bringt das neue Jahr ein Ende der Zettelwirtschaft beim Arzt. Verordnungen und Überweisungen können künftig elektronisch abgewickelt werden. Gestartet wird auch die E-Medikation.

Schulautonomiepaket erst ab September

Im Jahr 2018 kommt Schulautonomiepaket, das im Sommer noch von Rot-Schwarz beschlossen worden ist, in den Klassenzimmern an – allerdings nicht mit dem 1. Jänner, sondern erst mit dem im September startenden Schuljahr 2018/19. Zentraler Punkt: Bis zu acht Schulen können in sogenannten „Clustern“ unter einer gemeinsamen Leitung zusammengeschlossen werden. So sollen Ressourcen besser genutzt werden und Lehrer bei Bedarf auch an anderen Clusterschulen unterrichten können.

Digitale Vignette

Statt Klebevignette jetzt als Alternative die digitale Vignette, die man über das Mautsystem der ASFINAG online kaufen kann. Der einzige Haken: aufgrund des Rücktrittsrechts bei Online-Käufen gilt die digitale Vignette erst am 18. Tag nach dem Kauf. Außerdem müssen Autofahrer ab 2018 um 1 % mehr für die Vignette auf den Tisch legen, sie kostet dann nämlich 87,30 Euro.

Das Pickerl

Mit 20. Mai treten neue Vorschriften bei den „Pickerl“-Überprüfungen in Kraft. So dürfen etwa Fahrzeuge bei Feststellung eines schweren Mangels nur mehr zwei Monate verwendet werden.

Mehr Mannschaften in Fußball-Bundesliga

Und auch Sportfans müssen sich auf was Neues einstellen, denn in der Österreichischen Fußball-Bundesliga spielen ab Sommer 12 anstatt 10 Mannschaften.

Kinder

Die Familienbeihilfe steigt ab dem 1. Jänner um 1,9 Prozent. Für Kinder unter drei gibt es damit 114 Euro monatlich, für Drei- bis Zehnjährigen 121,90 Euro und für Zehn- bis 19-Jährigen 141,50 Euro. Ab 19 steigt die Beihilfe auf 165,10 Euro. Auch die Geschwisterstaffel wird angehoben, der Zuschlag für schwer behinderte Kinder steigt auf 155,90 Euro.

Frauen – Notstandshilfe

Als Maßnahme gegen Frauenarmut gedacht ist eine Änderung der Notstandshilfe, die mit 1. Juli in Kraft tritt. Ab dann wird das Partnereinkommen nicht mehr angerechnet, weshalb Frauen, die bisher wegen des Einkommens ihres Partners leer ausgingen oder nur wenig Notstandshilfe bekamen, Anspruch auf die volle Höhe der Leistung bekommen werden.

Pensionen

Die Pensionsanpassung 2018 ist so gestaffelt: Pensionen bis 1500 Euro brutto steigen mit Jahresbeginn um 2,2 Prozent. Darüber gibt es bis zur Pensionshöhe von 2000 brutto einen Fixbetrag von 33 Euro. Die eigentlich gesetzlich vorgesehene Inflationsanpassung um 1,6 Prozent wird bis zu einer Bruttopension von 3355 Euro gewährt, danach wird der Prozentsatz kleiner und kleiner. Pensionen ab 4980 Euro brutto werden gar nicht erhöht. Die Ausgleichszulage steigt um 2,2 Prozent, damit erhöhen sich die Mindestpensionen für Alleinstehende auf 909,42 Euro (bzw. 1022 bei 30-jähriger Versicherungszeit). Für Paare gibt es ab 2018 um knapp 30 Euro mehr, konkret 1363,52 Euro.

Sachwalter

Aus den Sachwaltern werden ab 1. Juli Erwachsenenvertreter. Als solche dürfen sie maximal 15 Personen betreuen. Das neue Erwachsenenschutzgesetz schränkt die Handlungsfähigkeit nicht mehr pauschal ein, sondern sieht nun je nach Unterstützungsnotwendigkeit vier abgestufte Formen der Vertretung vor: Per Vorsorgevollmacht von den Betroffenen bestimmt, per gewähltem Vertreter (neu), per gesetzlichem und schließlich per gerichtlichem Erwachsenenvertreter.

Verpflichtendes eCall-System

Alle neu genehmigte Pkw und Lkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen müssen ab dem 1. März 2018 mit einem eCall-Notrufsystem ausgestattet sein. Bei einem Unfall sendet das System ein Notsignal aus und übermittelt wichtige Daten wie beispielsweise den Unfallort an die Rettungskräfte.

Normverbrauch-Messzyklusumstellung auf WLTP

Mit 1. September 2018 müssen alle Neufahrzeuge die WLTP-Normverbrauchswerte (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) ausweisen. Die Umstellung begann am 1. September 2017 und muss seitens der Hersteller bis Ende August 2018 komplett abgeschlossen sein. Dadurch werden bei Neufahrzeugen die Normverbrauchsangaben steigen. Finanzielle Folgen für die Autokäufer hat dies vorerst nicht, da das Finanzministerium zugesichert hat, dass bis Ende 2019 die Normverbrauchsabgabe nach dem bisherigen Messzyklus NEFZ berechnet wird

Höhere Strafen bei Verletzung der Winterreifenpflicht

Auch in Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht, demnach müssen Winterreifen am Fahrzeug montiert sein, sobald die Straße mit Eis, Schnee oder Schneematsch bedeckt ist. Künftig kostet dem Fahrer der Verstoß gegen die Winterreifenpflicht 60 Euro (80 Euro bei zusätzlicher Behinderung) und darüber hinaus muss der Zulassungsbesitzer des Fahrzeugs 75 Euro Strafe bezahlen.

Steuerausgleich

Ab 2018 gibt es eine Änderung bei den Sonderausgaben. Das Finanzamt berücksichtigt ab dem Steuerjahr 2017 folgende Ausgaben automatisch bei der ArbeitnehmerInnenveranlagung:

  • Kirchenbeiträge
  • Spenden
  • Beiträge zur freiwilligen Weiterversicherung bzw. den Nachkauf von Versicherungszeiten.

Die Organisationen, die eine Spende erhalten haben, müssen dem Finanzamt die Daten bis Ende Februar übermitteln. Sie brauchen daher Vor- und Zuname sowie das Geburtsdatum des Spenders oder der Spenderin. Anonyme Spenden lassen sich daher nicht mehr steuerlich absetzen.

Quellen: Krone, Heute, OE24, SN, Arbeiterkammer

 

Das ändert sich 2018 im Internet

Streaming: Geoblocking wird abgeschafft

Ob Netflix, Sky Go oder Spotify: Ab dem 20. März 2018 können Onlinenutzer einen Streamingdienst auch in anderen Ländern der Europäischen Union nutzen. Bisher setzen die Anbieter Geoblocking ein, weil sie Lizenzen an Videos oder Liedern in jedem Land einzeln erwerben müssen. Deswegen kann der Italien-Urlauber nicht auf das deutsche Angebot von Netflix zugreifen und der Spanien-Tourist nicht im Strandkorb die Bundesliga schauen.

Zwar ändert sich nichts am Urheberrecht, die Dienste müssen Lizenzen immer noch einzeln erwerben. Aber bei „vorübergehenden Aufenthalten“ in anderen EU-Staaten können Nutzer künftig auch auf das deutsche Angebot zugreifen. Wie lang ein Aufenthalt in einem anderen europäischen Land genau sein darf, hat das EU-Parlament nicht definiert. Die Verbraucherzentrale spricht aber von mehrwöchigen Urlauben sowie mehreren Auslandssemestern.

Damit die Streamingdienste auf der sicheren Seite sind, dürfen sie Daten wie Wohnsitz, Kreditkartennummer oder IP-Adresse abfragen. Dadurch sollen sie sich auch dagegen absichern können, dass Personen günstigere Abos in einem anderen Staat abschließen, aber trotzdem auf das Angebot ihres Heimatlandes zugreifen. Die Regelungen gelten übrigens nur für kostenpflichtige Angebote, nicht für Sendeanstalten wie ARD oder ZDF.

Keine Gebühren mehr für Kreditkartenzahlung

Mit der neuen EU-Zahlungsrichtlinie PSD2 wird die Zahlung per Kreditkarte für Verbraucher günstiger. Wer bislang im Netz oder an der Kasse die Kreditkarte verwendet, muss oft einen Aufschlag in Kauf nehmen. Denn Onlinevermittler wie Reiseplattformen zahlen gewöhnlich ein Entgelt an Mastercard oder American Express. Das legen sie auf den Verbraucher um.

Ab Januar 2018 ist damit Schluss. Unternehmen dürfen dann keine Extragebühren für die Verwendung einer Kreditkarte verlangen – zumindest nicht für gängige Anbieter wie Mastercard oder Visa. Nutzer von American Express oder Diners Club müssen sich weiterhin auf zusätzliche Kosten einstellen. Für den Nutzer dürften sich die geringeren Kosten vor allem bei der Buchung von Flügen oder Bahnfahrten bemerkbar machen.

Mehr Rechte bei Reisebuchungen – zumindest teilweise

Mit nur wenigen Klicks können wir heutzutage eine ganze Reise buchen. Aber wenn es während des Urlaubs beispielsweise Mängel am Hotel gibt, dann haftet ein Onlineportal oder eine Reiseplattform nur, wenn sie eine Pauschalreise verkauft haben. Wenn sie lediglich einzelne Dienstleistungen wie einen Flug und eine Hotelübernachtung angeboten haben, müssen sie keine Konsequenzen fürchten.

Das ändert sich ab dem 1. Juli 2018. Wenn etwa Fluggesellschaften auch das Hotelzimmer vermittelt haben und während der Reise irgendetwas schief läuft, kann der Nutzer Ansprüche gegen die Anbieter geltend machen. Bei einer Insolvenz hat er Anspruch auf eine alternative Beförderung, auch seine Anzahlungen sind gesichert. Bei Mängeln kann er auch nachträglich den Reisepreis drücken. Das war bisher explizit nur bei Pauschalreisen möglich. Wer nachträglich Mängel an der Reise zu melden hat, konnte diese bislang einen Monat nach Rückkehr angeben. Diese Frist ändert sich ab Juli auf zwei Jahre.

Manche Änderungen kommen aber auch den Veranstaltern zugute. So können sie den Preis ab 2018 um bis zu acht Prozent anheben, ohne dass der Nutzer kostenlos von der Reise zurücktreten kann. Bisher lag die Grenze bei fünf Prozent. Wenn zudem eine Umbuchung erfolgt, der Veranstalter etwa auf ein anderes Hotel als das ursprünglich gebuchte ausweicht, muss der User aktiv widersprechen. Ansonsten gilt die Änderung.

DSGVO trifft ab 2018 auch Google und Facebook

Die Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, hat schon vor dem Eintreten für ordentlich Furore gesorgt. Denn durch das Gesetz müssen Unternehmen einiges ändern. Ab dem 26. Mai 2018 gilt es etwa auch für Konzerne, deren Sitz außerhalb der EU liegt. Google, Facebook oder Apple können sich den rechtlichen Regelungen in Europa also nicht länger entziehen.

Für den Nutzer soll die Verordnung etwas mehr Transparenz bringen. So müssen ihn die Unternehmen über seine Rechte informieren, wenn sie Daten erheben, etwa über die mögliche Löschung. Außerdem kann er jederzeit einsehen, wozu die Anbieter seine Daten verwenden. Die Verordnung setzt einen Fokus darauf, dass die Daten weiterhin dem Nutzer gehören. So kann er sie von einem Internetanbieter zum anderen übertragen.

Überweisungen endlich in Echtzeit

Ab November 2018 kommen auch die Banken endlich im Zeitalter des Internets an: Mit dem Instant Payment wird es möglich sein, Überweisungen in der Eurozone in Echtzeit zu tätigen. Innerhalb von Sekunden soll Geld ab kommenden Jahr einer anderen Partei zugeschrieben werden können, auch an Sonn- und Feiertagen. Allerdings sind Banken nicht verpflichtet, die Echtzeit-Überweisung anzubieten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) berechnet den Finanzinstituten 0,2 Cent pro Transaktion. Ob diese Abgabe auf den Nutzer umgeleitet wird, ist noch nicht klar. Die ersten Angebote gibt es bereits, etwa bei der Hypovereinsbank. Im ersten Quartal 2018 sollen weitere folgen.

Mit der Echtzeit-Überweisung schließen die Banken eine Lücke, die Paypal seit Jahren füllt.

Quelle: t3n

 

Das ändert sich 2018 in Deutschland

Der Rentenbeitrag sinkt ab 1. Januar 2018

Eine gute Nachricht: Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung soll zum Jahreswechsel um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent sinken. Damit bleibt etwas mehr Netto vom Brutto. Nach 2022 dürfte der Beitrag aber wieder steigen, glauben Experten.

Kindergeld

Noch eine gute Nachricht: Das Kindergeld wird 2018 um zwei Euro pro Kind erhöht. Für das erste und zweite Kind gibt es 2018 dann jeweils 194 Euro pro Monat.

Rente

Renten in Deutschland steigen 2018 wohl um drei Prozent

Die 21 Millionen Rentner können sich auf eine Anhebung ihrer Altersbezüge um rund drei Prozent im kommenden Jahr freuen. Voraussetzung ist, dass sich Löhne und Gehälter wie derzeit prognostiziert entwickeln.

Hartz IV-Satz steigt ab 1. Januar um sieben Euro

Auch Bezieher von Hartz IV bekommen 2018 mehr Geld. Der Regelsatz für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger steigt zum 1. Januar von 409 Euro auf 416 Euro, der Betrag für Paare erhöht sich von 368 Euro auf 374 Euro pro Partner.

Riester-Sparer bekommen ab 2018 höhere Förderung

Die Grundzulage für Riester-Sparer steigt ab dem 1. Januar 2018 von 154 Euro auf 175 Euro pro Jahr, erklärt das Bundesfinanzministerium. Die Zulagen für Kinder bleiben gleich: Für jedes Kind, das nach dem 31. Dezember 2007 geboren wurde, erhalten Sparer zusätzlich 300 Euro pro Jahr und Kind, für davor geborene Kinder 185 Euro pro Jahr.

Steuererklärung: Grenze für GWG steigt deutlich an

Kosten für beruflich genutzte Gegenstände können steuerlich geltend gemacht werden. Bisher gilt für diese „geringwertigen Wirtschaftsgüter“ ein Betrag von 410 Euro als Grenze, erklärt der Bund der Steuerzahler. Teurere Gegenstände müssen jeweils über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Ab Januar 2018 können Gegenstände bis zu einem Nettobetrag von 800 Euro (952 Euro brutto) direkt im Jahr des Kaufs beziehungsweise der Herstellung in voller Höhe in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Weniger Belege in der Steuererklärung

Die Abgabe der Steuererklärung wird einfacher – zumindest was das Einreichen von Belegen angeht. Ab 2018 genügt es, die Belege aufzuheben und sie auf Nachfrage einzureichen.

Für den 500-Euro-Schein kommt nächstes Jahr das Aus

Der größte Schein der Gemeinschaftswährung, nämlich der 500 Euro-Schein, wird nicht mehr gedruckt und soll ab Ende des Jahres nicht mehr ausgegeben werden.

Für viele Neuwagen steigen 2018 die Kfz-Steuern

Wer plant, ein neues Auto zu kaufen, sollte dies vor dem 1. September 2018 tun, rät die Verbraucherzentrale NRW. Danach falle die Kfz-Steuer für neu zugelassene Fahrzeuge wegen des neuen Abgastests WLTP möglicherweise höher aus. Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich nichts. 

Geoblocking fällt – grenzenloses Streamen in der EU

Bei Online-Abodiensten fällt im kommenden Jahr das sogenannte Geoblocking weg: Kostenpflichtige Streaming-Dienste etwa für Filme, Musik oder Videospiele lassen sich laut Verbraucherzentrale NRW ab dem 20. März 2018 auch im EU-Ausland nutzen, ohne dass die Anbieter dafür zusätzliche Gebühren erheben dürfen.

Keine Aufschläge mehr beim Zahlen per Kreditkarte

Für Kreditkartenzahlungen bei Buchungen etwa von Hotels sowie Einkäufen über das Internet dürfen Händler künftig keine gesonderten Gebühren mehr verlangen. Das wird durch die neue EU-Zahlungsdiensterichtlinie vorgegeben, die bis Mitte Januar in deutsches Recht umgesetzt sein muss, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Schon gebuchte Reisen können deutlich teurer werden

Reisende müssen ab Juli 2018 höhere Preisaufschläge für schon gebuchte Reisen hinnehmen. Der Veranstalter darf den Preis bis zu 20 Tage vor Reisebeginn um bis zu acht Prozent erhöhen – bislang waren fünf Prozent erlaubt. Bei Mängeln können Reisende ihre Ansprüche aber künftig zwei Jahre lang geltend machen. Bisher war das nur bis zu einem Monat nach der Rückkehr von der Reise möglich.

Mehr Schutz vor Lockanrufen durch Preisansage

Die Bundesnetzagentur will die Verbraucher besser vor Telefon-Abzocke mit sogenannten Ping-Anrufen schützen. Dabei versuchen Betrüger durch kurzes Klingeln auf dem Handy des Opfers Rückrufe zu provozieren, die in Kostenfallen führen. Die dabei verwendeten Rufnummern sehen auf den ersten Blick zwar wie eine lokale Vorwahl aus, führen jedoch ins ferne Ausland. Um das zu verhindern, hat die Bundesnetzagentur angeordnet, dass in Mobilfunknetzen bis spätestens zum 15. Januar 2018 für 22 Länder eine kostenlose Preisansage geschaltet werden muss. Dadurch habe der Anrufer die Möglichkeit, das teure Telefonat abzubrechen, ohne dass für ihn Kosten entstehen.

BKA speichert ab Mai 2018 Daten von Auslands-Flugreisenden

Auch beim Thema Sicherheit und Datenspeicherung kommt auf die Deutschen im kommenden Jahr eine Veränderung zu. Ab Mai 2018 speichert das Bundeskriminalamt (BKA) Daten wie Name, Sitzplatz, Flugnummer und IP-Adresse aller Auslandsfluggäste fünf Jahre lang. (afp, AZ, dpa)

Höhere Steuern für Neurentner

Seit gut einem Jahrzehnt sinkt der Steuer-Freibetrag für neue Rentner jedes Jahr um zwei Prozent. Wer 2017 in Rente ging, bekam 26 Prozent seiner Altersbezüge steuerfrei. 2018 fällt dieser Betrag auf 24 Prozent.

Weitere Einbußen für Rentner:

  • Wer im kommenden Jahr 65 Jahre alt wird, kann als „Altersentlastungsbetrag“ nur noch 912 Euro nutzen. Um diesen Betrag sinken die steuerpflichtigen Einkünfte. Im laufenden Jahr lag er bei 988 Euro, bis 2040 wird er auf null abgeschmolzen.
  • Eine ähnliche Regelung greift ab 2018 bei Pensionären. Wer 2018 erst­mals eine steuer­pflichtige Pension bezieht, bekommt nur noch einen Versorgungs­frei­betrag von maximal 1872 Euro.

Arbeitslosengeld an der Supermarktkasse

Die Bundesagentur für Arbeit hat angekündigt, Bargeld aus allen Jobcentern und Arbeitsagenturen zu verbannen. Stattdessen sollen Arbeitslosenbezüge an den Kassen von Supermärkten und Drogerien bar ausgezahlt werden. Der Plan ist allerdings umstritten, weil Bezieher bloßgestellt werden könnten.

Einführung des dritten Geschlechts

Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe muss der Gesetzgeber bis Ende 2018 eine Neuregelung schaffen, in die als drittes Geschlecht neben „männlich“ und „weiblich“ noch etwa „inter“, „divers“ oder eine andere positive Bezeichnung des Geschlechts aufgenommen wird.

Schwangere und stillende Mütter dürfen künftig sonntags arbeiten

Schwangere und stillende Mütter dürfen vom 1. Januar 2018 an auch an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Bisher war das generell verboten, mit der Neuerung des Mutterschutzgesetzes wird die Regelung etwas gelockert. Ab sofort ist Sonn- und Feiertagsarbeit demnach erlaubt – allerdings nur, „wenn beide Seiten, also insbesondere die Schwangere, zustimmen, der Arzt das erlaubt und die zuständige Aufsichtsbehörde zustimmt“, sagt Kaja Keller, Anwältin und Expertin für Arbeitsrecht.

Ähnliches gilt für die Nachtarbeit zwischen 20.00 und 6.00 Uhr: Auch die war bisher grundsätzlich verboten. Künftig dürfen Schwangere und stillende Mütter auf eigenen Wunsch und mit Genehmigung zumindest zwischen 20.00 und 22.00 Uhr arbeiten – danach ist weiterhin Schluss.

Alkoholverbot in Regionalzügen

Die Deutsche Bahn führt ein Alkoholverbot auf Regionalstrecken in Norddeutschland ein. Zunächst soll es eine Einführungsphase geben, in der Passagiere lediglich auf das Verbot hingewiesen werden. Später soll dann bei Verstößen auch ein Bußgeld verhängt werden können.

Strompreise könnten steigen

Deutschlands Stromkunden müssen auch 2018 tief in die Tasche greifen. Obwohl die staatlichen Umlagen leicht zurückgehen und viele Konzerne 2017 etwas weniger für die Strombeschaffung im Großhandel zahlen mussten, sinkt der Preis für Haushaltskunden zum Jahresbeginn kaum. Der deutsche Strompreis bleibt damit insgesamt auf einem der Spitzenplätze in Europa. Verbraucherschützer kritisieren, dass Versorger Entlastungen nicht weitergäben. Die Stromkunden müssen im Schnitt zwischen 1100 und 1400 Euro jährlich für die Versorgung eines vierköpfigen Durchschnittshaushalts zahlen.

Besserer Schutz für Bauherren

Firmen müssen privaten Bauherren ab Januar detaillierte Baubeschreibungen aushändigen, so dass sie verschiedene Angebote besser vergleichen können und bei Streitigkeiten Beweise haben. Zudem müssen die Unternehmen verbindliche Angaben zur Zeit der Fertigstellung machen. Und: Häuslebauer können Bauverträge binnen 14 Tagen widerrufen.

Abgaswerte bei Pkw

Viele Jahre wurden die Abgaswerte für Autos ab Baujahr 2006 per fahrzeugeigener On-Board-Diagnose (OBD) geprüft. Diesem Prozedere wird nicht mehr vertraut – eine direkte Konsequenz aus dem Abgasskandal. Daher müssen Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2018 eine Abgasuntersuchung benötigen, zur Endrohrmessung. Für Autos mit manipulierter Motorsteuerungssoftware (Chiptuning) könnte damit die AU zum Problem werden, da sich Manipulationen im Rahmen der Abgasmessung besser nachweisen lassen.

Winterreifen

Eine weitere Neuerung betrifft neu angeschaffte Winterreifen, die müssen ab 1. Januar ein Alpine-Symbol tragen. Bislang genügte das M+S-Symbol, doch künftig verlangt der Gesetzgeber den Berg mit Schneeflocke als Hinweis darauf, dass man mit der richtigen Bereifung unterwegs ist. Wer aktuell Reifen mit M+S-Symbol ohne Alpine-Kennung nutzt, darf dies übrigens noch bis zur Wintersaison 2023/24.

Bei Reifen, die ab 2018 produziert werden, ist das Alpine-Symbol unumgänglich. Wird gegen die Winterreifenverordnung verstoßen, kann die Polizei neben dem Fahrer auch den Halter belangen. Und statt 60 kann das künftig 75 Euro oder im Fall einer Gefährdung auch mehr kosten. Außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg.

Notrufsystem für PKW

Neuwagen müssen ab dem 31. März mit dem eCall-System ausgerüstet sein, das bei schweren Unfällen automatisch einen Notruf absetzt.

Dieselfahrverbote

Ob es 2018 zu Diesel-Fahrverboten in deutschen Großstädten kommen wird, ist noch unklar. Nach derzeitiger Lage könnte das durchaus der Fall sein, denn in einigen deutschen Großstädten werden die Abgasgrenzwerte überschritten. Das ist schon seit vielen Jahren der Fall und eigentlich ein Verstoß gegen geltendes EU-Recht. Am 22. Februar 2018 könnte am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eine wegweisende Entscheidung fallen.

Abgaswerte und Kfz-Steuer

Ab 1. September 2018 wird bei der Bestimmung der Abgaswerte von neu zugelassenen Pkw offiziell nicht mehr nach dem NEFZ-, sondern nach dem WLTP-Zyklus gemessen. Dieses Verfahren soll praxisnähere Verbrauchswerte liefern, was in der Konsequenz allerdings auch zu höheren Verbrauchswerten führen dürfte. Da ab September 2018 außerdem die Kfz-Steuer auf Grundlage der WLTP-Messung berechnet wird, dürften ab diesem Zeitpunkt für neu zugelassene Autos die Kfz-Steuern steigen.

Kfz-Versicherung

Teurer wird für etwa jeden siebten Autofahrer zum 1. Januar 2018 auch die Kfz-Versicherung. Ab diesem Stichtag gelten neue Typ- und Regionalklassen, die allerdings nicht in jedem Fall zu einer Tarifanhebung führen. Versicherungsnehmer wurden bereits über die Änderungen informiert, um möglicherweise der Erhöhung mit einem Tarifwechsel zu entgegnen.

Lkw-Maut auch auf Landstraßen

Ausweichen auf Bundesstraßen lohnt sich für Lkw-Fahrer ab dem 1. Juli 2018 nicht mehr, denn dann wird die Maut für Laster auch auf ein fast 40.000 Kilometer langes Streckennetz ausgeweitet, das auch einige Landstraßen umfasst. Es werden Mehreinnahmen von zwei Milliarden Euro erwartet.

Mutterschutz

Ab 1. Januar 2018 schützt das Mutterschutzgesetz (MuSchG) nun auch Studentinnen, Schülerinnen und Auszubildende. Es verbessert den Kündigungsschutz und verpflichtet die Arbeitgeber nun deutlicher, Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass eine Schwangerschaft kein Aus für die Berufstätigkeit bedeuten muss. Außerdem gilt ein neues Genehmigungsverfahren für Nachtarbeit

Entgeltgleichheit

Um mehr Transparenz bei Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern zu schaffen, haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer künftig einen individuellen Auskunftsanspruch darüber, wie die Bezahlung ihrer Kollegen bei einer gleichartigen Tätigkeit ist. Dies gilt für Betriebe ab 200 Beschäftigte.

Betriebliche Altersversorgung

Durch das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) sollen künftig auch Beschäftigte kleiner Unternehmen und geringfügig Beschäftigte Zugang zu einer Betriebsrente erhalten. Damit alle Beschäftigten möglichst viel Sicherheit und wenige Risiken haben, wurde das neue Sozialpartnermodell eingeführt. Es soll sicherstellen, dass die Bedingungen für betriebliche Altersversorgung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften auf Augenhöhe ausgehandelt werden.

Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung

Für 2018 wird bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) der durchschnittliche Zusatzbeitrag von 1,1 auf 1,0 Prozent gesenkt. Die Zusatzbeiträge der Gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Versicherten komplett selbst – die einzelnen Gesetzlichen Krankenkassen können von diesem durchschnittlichen Zusatzbeitrag allerdings nach oben oder unten abweichen.

Quellen: Augsburger Allgemeine, t-online, N24, DGB

 

 

 

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Über Dietmar Böhm

Ein Tausendsassa in der Wirtschaft: Augenoptiker, Autor, Trainer, Prüfer, Social Media Manager sind nur ein Teil des beruflichen Spektrums.
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